Dokumentation

2018

Eptingen, Niederbölchen

Der Hof Niederbölchen liegt hoch über Eptingen am alten Weg zum Kilchzimmersattel. Er besteht aus dem Wohnhaus mit angebauter Scheune, aber wenig oberhalb, auf einem kleinen flachen „Bödeli“, hinter dem eine Quelle entspringt, liegt zusätzlich ein Weidstall. Die Gebäudegruppe erscheint schon auf den Meyerschen Planskizzen von 1678.
Niederbölchen ist ein Sennhof. Bis zum 19. Jahrhundert gab es keine Wohnhäuser ausserhalb der Dörfer, und die Bewirtschaftung des umliegenden Landes unterlag strengen Regeln. Einzig die meist hochgelegenen Sennhöfe waren diesen Einschränkungen nicht unterworfen. Sie waren wichtig für die Versorgung des umliegenden Landes und der Stadt Basel mit Schlachtvieh, Butter und Käse.

Der Weidstall ist beschattet von jahrhundertalten Eschen und Linden, und der Blick schweift nordwärts weit über das Land zum Schwarzwald. Der Anblick des Ensembles von der nahen Strasse aus ist überwältigend.

Der Reparaturbedarf am uralten Weidstall ist gross: der talseitige Giebel hat sich bewegt und muss teilweise neu aufgemauert werden. Andere Mauerteile sind nicht mehr stabil, weil das Auflager des Dachstuhls an vielen Orten so stark verfault ist, dass das Dach nach aussen drückt. Eine fachgerechte Reparatur der einzelnen Hölzer kann nur erfolgen, wenn der Dachstuhl abgebaut wird.

Während eines Arbeitstages mit Vereinsmitgliedern und der Eigentümerfamilie wurde im Oktober 2016 das Gebäude gesichert, das Dach provisorisch abgedichtet und die Mauersteine für die bevorstehende Restaurierung aufbereitet. Von Juni bis September 2017 konnten wir an der Restaurierung weiterarbeiten, unter anderem mit Hilfe von Zivildienstleistenden, die uns von der Stiftung Baustelle Denkmal vermittelt worden waren (Link hier), und die Arbeiten 2018 abschliessen.

Zeitungsartikel Volksstimme vom 22. August 2017: vs_20170822-093-007-feldscheunen

Dokumentation zum Abschluss der Arbeiten 2018: Schlussbericht-Eptingen-Niederbölchen.pdf

Abschlussbericht des Vereins Erlebnisraum Tafeljura: hier klicken


2017

Arboldswil, Rieden

Die lange Zeit ist auch an diesem Häuschen nicht spurlos vorbeigegangen. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Dach instand gestellt  .Dabei überblattete der Zimmermann die Bundsparren nicht gehörig mit den Bundbalken, die nur am mittleren Sparrenpaar angebrachten Sparrenknechte wurden verstümmelt und die Sparren erhielten Kervungen. Der First war wohl schon damals undicht gewesen, sodass man ein „dichtes“ Firstblech anbrachte. Dieses rostete aber, der Wind lockerte es, und schliesslich brach der First ein. Die unsachgemäß aufgelagerten Sparren verdrehten die Wandpfetten, sodass das Dach nahe an den Einsturz rückte. Ein Sturm im Jahr 2012 setzte dem Häuschen nochmals zu, aber mit Hilfe der Gebäudeversicherung war es möglich, das Dach provisorisch dicht zu kriegen und die Sparrenpaare mit Zangen zu verbinden.

Zum dauerhaften Erhalt des Häuschens müssen der Firstbalken ersetzt und die erneuerten Sparren  so aufgelagert  werden, wie es ein Hängedach erfordert. Dadurch muss auch die Deckung ersetzt werden. Die bergseitige Schwelle ist heute im Erdreich verschwunden. Wahrscheinlich ist sie verfault, sodass sich ein Ersatz aufdrängt. Um die Schwelle trocken zu halten, soll bergseitig das Gelände über die Traufe hinaus abgegraben und eine Trockenmauer erstellt werden. Der Aufwand für alle Arbeiten ist durch die schwierige Zufahrt erhöht.

Das Häuschen ist im Bewusstsein des Dorfes wichtig, es wird aber nicht mehr benutzt. Trotzdem darf es als einmaliges Zeugnis einer nördlich des Juras bis auf wenige Reste verschwundenen Konstruktionsart nicht aufgegeben werden.

Nutzung

Das Heuhäuschen wird zwar nicht mehr für landwirtschaftliche Zwecke genutzt, vor einiger Zeit aber hat die Jagdgesellschaft auf der Nordseite einen an einem aufgekommenen Baum befestigten Hochsitz aufgestellt. Für Vorbereitungsarbeiten haben wir ihn letztes Jahr entfernt. Es ist aber vorgesehen, im Giebeldreieck eine Tür anzubringen, damit das Wild vom Häuschen aus beobachtet werden kann. Die Oeffnung wäre über eine an der Aussenseite befestigte Leiter zugänglich. Es wäre dann sichergestellt, dass das Gebäude regelmässig besucht und das Dach kontrolliert wird.

Projektverlauf

Anlässlich des im Jahr 2012 aufgetretenen Sturmschadens konnten die Deckung und der Dachstuhl provisorisch  so hergerichtet werden, dass auf kurze Frist keine weiteren Schäden entstehen. Die beiden folgenden Jahre waren einer akut einsturzgefährdeten Scheune in Eptingen gewidmet. 2016 konnte unser Verein an einem Arbeitstag das alte Heu aus dem Häuschen schaffen und entsorgen sowie die Schwellen so weit freilegen, dass das Ausmass der Fäulnisschäden beurteilt werden konnte. Danach wurde die Holzkonstruktion demontiert und zur Restaurierung bereitgestellt, diese Arbeiten wurden im Winter 2016/17 in der Werkstatt ausgeführt. Als nächstes Ziel stand der Aushub eines bergseitigen, durch eine Trockenmauer befestigten Grabens an, damit die zu ersetzende Schwelle des Häuschens im Trockenen lag. Danach wurde das Gebäude an seinem Ursprungsort wieder errichtet. Die Arbeiten konnten im Jahr 2017 fertiggestellt werden.

–> Der Schlussbericht der Renovationsarbeiten ist als Heft im Verlag Librum Publishers & Editors, Basel erschienen. Bestellbar direkt beim Verlag, im Buchhandel (ISBN 978-3-9524300-8-8) oder bei uns.


2017

Lampenberg, Leimenrain

Die Eigentümerschaft der beinahe unverändert erhaltenen Feldscheune Lampenberg/Leimenweid trat im Jahr 2016 an den Verein Baselbieter Feldscheunen heran mit dem Anliegen, das kurz vor dem Einsturz stehende kleine Gebäude zu reparieren. Unsere Kostenschätzung ergab einen Aufwand von etwa CHF 40 000. Es war abzusehen, dass durch die Unterstützung von Swisslos und weiteren kleineren Geldgebern höchstens die Hälfte dieser Kosten gedeckt sein würden, doch erklärten sich die Eigentümerin und der Pächter zu tatkräftiger Mithilfe am Projekt bereit. Eile tat not, und so begannen wir im Frühjahr 2017 die Arbeiten im Bewusstsein, dass von unserer Seite her sehr viel ehrenamtlicher Einsatz vonnöten sein werde. Bauseits wurde das Holz geschlagen, aufbereitet und zur Säge gefahren, ein grosser Teil der Abbrucharbeiten des Dachstuhls übernommen, bei der Aufrichte massgeblich mitgeholfen, handgemachte Ziegel wurden gefunden, Räumlichkeiten für die Zimmerarbeiten standen zur Verfügung und wir fühlten uns jederzeit unterstützt, sei es mit kurzfristigen Wünschen zum Einsatz eines Traktors oder mit reichhaltigem Znüni und Zvieri.

Die Flur Leimenweid ist schon auf einer Planskizze von 1678 als Weide bezeichnet. Diese Nutzung widerspiegelt auch der zugehörige Weidstall: er steht am oberen Rand der Parzelle und verfügt über kein Heulager. Im gemauerten Stall lassen ausser der sichtbaren Türöffnung zwei zugemauerte Oeffnungen vermuten, dass im Inneren für den Hirten ein kleiner Bereich mit Tür und Fenster vom Stall abgetrennt war. Während die meisten Weidställe des Kantons in den Sömmerungsgebieten des Hochjura liegen, ist dieser kleine Stall eines der seltenen erhaltenen Zeugnisse von Weidenutzung im Tafeljura aus der Zeit der Dreifelderwirtschaft.

Der Stall und das südliche Giebeldreieck sind gemauert. Als Dachstuhl sind zwei einfache liegende Randbinder angeordnet, die durch Pfetten verbunden sind. Die Sparren stehen quer eingezäpft auf einer Sparrenschwelle, ein Detail, das im späten 18. Jahrhundert verschwindet. Die Jahrringanalyse ergab als Baudatum das Jahr 1777.

Im Inventar wird für das Jahr 1998 angemerkt:“ Feldscheune in Originalzustand, Klassifizierung A, Zustand Wände: gefährdet, rissig (Setzrisse, Putz z.T schadhaft, Zustand Dach: gefährdet.“ Die Scheune geriet in jüngerer Zeit in immer schlechteren Zustand. Wohl wurden immer wieder einzelne Reparaturen ausgeführt, aber ohne gesamthafte Massnahmen wurden sinnvolle Unterhaltsarbeiten zunehmend unmöglich.

Die Substanz des Dachstuhls wurde durch eindringendes Wasser dermassen beschädigt, dass sich ein Ersatz aufdrängte. Gleichzeitig erschien es sinnvoll, statt der unterhaltsintensiven einfachen Deckung eine doppelte Deckung mit Biberschwanzziegeln vorzusehen. Die Mauerkronen waren stellenweise über Jahre hinweg durchfeuchtet, ein Teil der im Gelände eingeteuften Rückwand des Stalls drohte einzustürzen, und zahlreiche Ausbesserungen waren mit hartem, für Bruchsteinmauerwerk ungeeignetem Zementmörtel vorgenommen worden. Um das bestehende Mauerwerk zu erhalten, drängten sich deshalb umfangreiche Maurerarbeiten auf. Diese recht umfangreichen Reparaturen konnten wir innerhalb von drei Monaten abschliessen, sodass die Weiderinder in den heissen Hochsommertagen bereits wieder Unterschlupf und Schatten im Schürli fanden.


2017

Waldenburg, Hinter Gerstel

Die Feldscheune Hinter Gerstel oberhalb Waldenburg konnte ebenfalls im Jahr 2017 renoviert werden. Hier geht’s zur ausführlichen Dokumentation: Link zum PDF


2017

kilchberg, forenweid

Die Besitzer der Feldscheune Forenweid bei Kilchberg (Weidstall mit Heubühne) renovierten das Gebäude im Jahr 2017. Der Verein Baselbieter Feldscheunen bot fachliche Beratung und Hilfe an. Die Forenweid ist ein schönes Beispiel von lobenswerter Initiative, die von den Besitzern ausging.


2015

Eptingen, Ebnet/Chrummacher, Inv. Nr. 20.21

Die Scheune steht markant an der Stelle, wo die Strasse zum Kilchzimmersattel anzusteigen beginnt. Die mit Glattputz gestalteten Einfassungen der hohen Lüftungsschlitze geben ihr ein sehr gepflegtes Aussehen. Obwohl die Scheune erst in den 40-er Jahren des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, orientiert sie sich noch an der  lokalen Tradition. Der Holzmangel dieser Zeit verlangte nach gemauerten Fassaden. Für den Dachstuhl stand aber immer noch kräftiges Holz zur Verfügung.

Die hohen Mauerschlitze teilen die Giebelseiten in vier getrennte Pfeiler, auf denen das massive Giebeldreieck sitzt. Da der Baugrund auf der Talseite schlecht ist, senkten und neigten sich die Ecken des Gebäudes. Weil  auch die Zugbalken des Dachstuhls an ihren Enden verfault waren, drückte zusätzlich das Dach sein talseitiges Auflager nach aussen. Grosse Risse entstanden im Bereich einiger Lüftungsschlitze. Der Verein traf die Scheune in desolatem, einsturzgefährdetem Zustand an.
Massnahmen an den Fundamenten waren notwendig, die Risse mussten überbunden werden, Teile der Giebeldreiecke waren derart instabil, dass sie abgetragen und neu aufgemauert wurden, die unausweichlichen Reparaturen am Dachstuhl erforderten eine vollständige Demontage, kurz, die Arbeiten waren sehr umfangreich.

Detaillierte Dokumentation über die Arbeiten zum Download hier: feldscheunen_2015_100615_low


2015

Maisprach, Müliberg, Inv. Nr.41.1

Laut Inschrift auf dem rundbogigen Kellereingang wurde die wohl stattlichste unserer Feldscheunen im Jahr 1774 errichtet. Im Dorf hört man, die Scheune habe mit der Farnsburg zu tun. Die fruchtbare Hochebene eignet sich besonders für Ackerbau, und die zahlreichen schmalen Luftschlitze im Obergeschoss der Scheune lassen vermuten, dass hier Fruchtgarben gelagert wurden. Das Mauerwerk der Scheune weist nur geringe Schäden auf, und der Dachstuhl ist bis auf wenige Stellen gut erhalten. Bemerkenswert ist die Südseite mit ihrem angewitterten, bröckeligen Verputz. An sonnigen Tagen zeigen sich unzählige Insekten, die hier Unterschlupf finden.

Die Scheune war noch nicht akut gefährdet, aber Schäden frassen sich allmählich von den schlecht unterhaltenen Dachrändern nach innen, sodass absehbar war, dass sich in einigen Jahren  der Zustand so sehr verschlechtert hätte, dass grosse Reparaturen notwendig geworden wären. In vorbildlicher Zusammenarbeit zwischen der handwerklich begabten Besitzerfamilie und dem Verein war es möglich das Gebäude so instand zu setzen, dass es die nächsten Jahrzehnte überdauern kann.


«Die Scheune zeigt auch nach unseren Arbeiten die charakteristische warme Farbe des Wenslinger Kalksteins, die Konstrukion hält wieder und das Dach ist dicht.»

2013

Tecknau, Aleten Inv. Nr. 62.1

Der südwärts ausgerichtete Hang diente zeitweilig zum Anbau verschiedener Spezielkulturen, auch von Tabak, weshalb die darauf errichtete Scheune heute noch „Tabakschüürli“ genannt wird. Im Jahr 2011 hatte sich ihr  Zustand so weit verschlechtert, dass zu befürchten war, der Dachstuhl breche zusammen.  In einem Arbeitstag unseres Vereins konnte das alles überwuchernde Efeu entfernt, die Scheune provisorisch gestützt und eine Plane über das ganze Dach gezogen werden. Beim Bau der Scheune wurde der anstehende wetterfeste Kalkstein verwendet, wohl teilweise das Material, das beim Aushub für das Erdgeschoss im steilen Hang gewonnen wurde. Die Mauern wurden mit einem sehr schlechten Kalkmörtel errichtet und in der Folge immer wieder, in jüngerer Zeit mit einem steinharten Zementmörtel repariert. So wurden die Maurerarbeiten recht aufwändig.

Das Holzwerk des Dachstuhls war so schlecht, dass wir den ursprünglichen Stuhl kopieren mussten. Die Scheune zeigt auch nach unseren Arbeiten die charakteristische warme Farbe des Wenslinger Kalksteins,  die Konstruktion hält wieder, das Dach ist dicht, und die beiden Rinder auf der zugehörigen Weide finden weiterhin Schutz vor dem Wetter und dem Ungeziefer.


2012

Titterten,Chastelen, Inv. Nr.66.9, Renovation 2011

Die kleine Feldscheune, idyllisch neben dem Weg oberhalb des Hofes Chastelen gelegen, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sie verrät die Absicht, wie ihre Erbauer sie nutzen wollten: oben Heulager, unten ein einfacher Stall, um die für die Feldarbeit benötigten Tiere unterzubringen. Die Scheune wurde lange Zeit nicht mehr genutzt, und damit auch nicht mehr unterhalten: das Dach wurde undicht, sodass die Zugverbindungen zwischen den beiden Dachflächen nicht mehr wirken konnten. Damit konnte das Satteldach die Seitenmauern auseinanderdrücken, sodass schliesslich auch die Giebelmauern grosse Risse bekamen. Die Rückwand des halb in den Hang hineingebauten Stalls war infolge des Hangdrucks teilweise eingebrochen. Die  Scheune stand vor unseren Arbeiten kurz vor dem Einsturz. Die gravierenden Risse und die zahlreich vorgefundenen, mit untauglichen Materialien ausgeführten  Reparaturen riefen nach umfangreichen und schwierigen Maurerarbeiten. Ausser an den verfaulten, für die Gesamtstabilität massgeblichen Auflagerzonen war die Substanz des Dachstuhls erstaunlich gut erhalten. Der Dachstuhl wurde demontiert und die schadhaften Teile ersetzt oder repariert. Heute führt vom Stall eine wiederverwendete einfache Treppe auf den Heuboden, der nun als Lagerplatz für allerlei im Obstbau benötigte Geräte dient.